Nach Sanierung: Feierliche Wiedereröffnung des Benrather Rathauses
Das Benrather Rathaus ist am Montag, 22. Juni 2026, feierlich wiedereröffnet worden. Das 1906 errichtete und seit 1984 unter Denkmalschutz stehende Gebäude beherbergt die Bezirksvertretung 9, das Bürgerbüro Benrath, den Bezirkssozialdienst des Jugendamtes, ein Trauzimmer sowie das Heimatarchiv.
Im Auftrag des Amtes für Gebäudemanagement wurde das Rathaus mit Gesamtkosten von rund 15 Millionen Euro umfassend saniert. Im Mittelpunkt standen dabei die denkmalgerechte Erhaltung der historischen Bausubstanz sowie eine nachhaltige und zukunftsfähige Nutzung.
Vor zahlreichen Gästen präsentierte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller das Ergebnis der Sanierungsarbeiten: “Denkmalgerechte Sanierungen sind weit mehr als reine Bauprojekte – sie verbinden Geschichte, Identität und Zukunftsfähigkeit. Das Benrather Rathaus prägt den Stadtteil und zählt zu seinen markanten Bauwerken. Mein Dank gilt allen, die dieses eindrucksvolle Ergebnis möglich gemacht haben.”

Sanierung im Überblick
Die Natursteinfassade des Rathauses wurde vollständig instandgesetzt. Beschädigte Steine und Vierungen wurden ersetzt, Fugen erneuert und die Fassade gereinigt. Die stark beanspruchte Sockelzone erhielt durch ein Schlämmverfahren eine dauerhafte Abdichtung und zusätzlichen Schutz vor Feuchtigkeit.
Nach der umfassenden Asbestsanierung im Jahr 2023 wurden im Inneren Decken, Wände und Böden erneuert. Ein abgestimmtes Farbkonzept bewahrt den historischen Charakter des Gebäudes. Darüber hinaus wurden sämtliche Leitungs- und Versorgungssysteme modernisiert und bestehende Feuchtigkeitsschäden beseitigt.
Auch der Brandschutz wurde auf den aktuellen Stand gebracht. Hierzu wurden eine akustische Alarmierungsanlage sowie eine Brandmeldeanlage mit Aufschaltung zur Feuerwehr installiert. Zudem wurde der Innenhof baulich angepasst und funktional neu geordnet.
Stadtkämmerin Dorothée Schneider betont: “Die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist grundsätzlich mit einem hohen planerischen und baulichen Aufwand verbunden. Dieser Aufwand hat sich jedoch gelohnt. Die Betriebsabläufe, die Barrierefreiheit sowie die Nutzung der vorhandenen Flächen konnten deutlich verbessert werden. Der ursprüngliche Glanz und die architektonische Eleganz des Gebäudes sind nun wieder deutlich erkennbar.”

Nachhaltigkeit
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der energetischen Verbesserung des Gebäudes. Die teilweise noch aus der Erbauungszeit stammenden Fenster wurden in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege aufwendig saniert. Neue Dichtungsfugen und vorgesetzte Glasscheiben verbessern den Wärmeschutz, ohne das historische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.
Darüber hinaus wurde der Dachgeschossboden in den nicht ausgebauten Bereichen gedämmt und die Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. Im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes wurde das Gebäude zudem an das Fernwärmenetz angeschlossen. Insgesamt reduzieren die umgesetzten Maßnahmen den Kohlendioxid-Ausstoß um rund 95.730 Kilogramm pro Jahr.

Barrierefreiheit
An allen drei Eingängen wurden zur besseren Orientierung taktile Leitlinien angelegt. Ein barrierefreier Zugang befindet sich an der östlichen Gebäudeseite. Der dort vorhandene Aufzug, der bislang Erd- und Obergeschoss erschloss, wurde bis ins Souterrain verlängert und ermöglicht nun auch einen barrierefreien Zugang zum Heimatarchiv.
Im Obergeschoss steht ein barrierefreies WC zur Verfügung. Der Sitzungssaal der Bezirksvertretung 9 wurde mit einer Induktionsschleife für Menschen mit Hörbehinderung ausgestattet. Die Alarmierung der Brandmeldeanlage erfolgt nach dem Zwei-Sinne-Prinzip sowohl akustisch als auch visuell.
Außenanlagen
Nach dem Rückbau der Büromodulanlage werden die Außenanlagen auf Grundlage historischer Pläne aus dem Heimatarchiv wiederhergestellt.
Bilder: Copyright: Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer
Quelle: Stadt Düsseldorf

