This Day in History: 2012-06-30
Die WestLB AG (Westdeutsche Landesbank) ist Geschichte. Die einstmals mächtigste deutsche Landesbank mit Sitz in Düsseldorf wird nach jahrelangen Krisen, Managementfehlern und auf Druck der EU-Kommission zerschlagen und abgewickelt.
Aufspaltung und Nachfolgeorganisationen
Im Zuge der Abwicklung wurde die Bank in drei wesentliche Teile aufgeteilt:
- Portigon Financial Services AG: Als direkte Rechtsnachfolgerin übernahm Portigon die verbliebenen Dienstleistungen und die Verwaltung der Bestände.
- Erste Abwicklungsanstalt (EAA): Diese sogenannte „Bad Bank“ übernahm die toxischen Papiere und risikoreichen Altlasten der WestLB, um diese über Jahre hinweg abzubauen.
- Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen): Das profitable Sparkassen-Verbundgeschäft sowie die Funktion als zentrale Girozentrale für die Sparkassen in NRW wurden von der Helaba übernommen.
Gründe für den Niedergang
Der Zusammenbruch der WestLB war das Ergebnis einer Kombination aus strategischen Fehlentscheidungen und Skandalen:
- Größenwahn & Expansion: Unter Führung von Friedel Neuber wandelte sich die Bank von einer regionalen Förderbank zu einem globalen Player mit riskanten Industriebeteiligungen (z. B. TUI, Babcock Borsig).
- Staatliche Beihilfen: Die EU-Kommission sah in den milliardenschweren staatlichen Absicherungen durch das Land NRW eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung.
- Finanzskandale: Die Bank war massiv in illegale Cum-Ex-Geschäfte verwickelt und verlor Milliarden durch Fehlspekulationen in Steueroasen und mit toxischen Immobilienpapieren
