Gleisschleife der Rheinbahn am Mörsenbroicher Ei wird in Betrieb genommen
Die zweigleisige Gleisschleife der Rheinbahn am Mörsenbroicher Ei wird am 29. März 1968 in Betrieb genommen. Sie war 1967/68 erbaut worden.
Diese Wendeschleife war bereits ein Bestandteil der vom städtischen Planungsamt projektierten Umgestaltung der Kreuzung Münster-/Heinrichstraße, und sie ist die Voraussetzung für die Verwirklichung dieses Gesamtbauvorhabens.
Folgende betrieblichen Bedingungen mussten berücksichtigt werden:
- Wendefahrten der Linie 8 und – in Störungsfällen – der Linie 1.
- Oberholungsfahrten der Verstärkungszüge der Linie 8, falls hier kürzere Wendezeiten als bei den Planzügen erforderlich sind.
- Eine Abstellmöglichkeit für die Beiwagen der Linie 8 außerhalb der Flutzeiten.
Die neue Gleisschleife gewährleistet verkehrliche Verbesserungen im Verkehrsknotenpunkt Heinrichstraße/Münsterstraße und in der Münsterstraße/Einfahrt Betriebshof Derendorf, da jetzt die Rangierfahrten der Linie 8 über die Spitzkehre vor dem Betriebshof entfallen. Ebenso entfällt bei Überführungsfahrten zwischen der früheren Endstelle Heinrichstraße und dem Betriebshof das Links- und Rechtsabbiegen auf der oben genannten Straßenkreuzung. Die Sicherung der Schleifenein- und -ausfahrten über die Münster- und Brehmstraße erfolgt über Ampelanlagen.
Aus all diesen betrieblichen Bedingungen ergab sich die Lage der Gleise und deren Verbindungen. Es wurden insgesamt 920 Meter Gleis – eingeschlossen zwei doppelgleisige Rechtsabzweigungen, ein Gleiswechsel und fünf Weichen – verlegt. Der Oberbau besteht aus Rillenschienen, Profil 4a, auf einem Schotterbett. Im Bereich der Überquerung der Brehmstraße wurden die Gleise, wegen des schweren Individualverkehrs, auf Holzschwellen verlegt.
Das umfangreiche Gelände der Wendeschleife wurde im Juni 1967 durch die Stadt freigelegt. Im Juli 1967 konnte mit Dammschüttungsarbeiten begonnen werden. Die Gleisverlegung selbst wurde am 20. September 1967 in Angriff genommen und im Wesentlichen bis Ende des Jahres 1967 fertiggestellt. Das ungünstige Wetter in den folgenden Monaten hatte eine nicht unwesentliche Verzögerung der Bauarbeiten zur Folge. Es mussten noch die Oberflächenbefestigung im Gleisbereich, die Rangier- und Verbindungswege und die Haltestelleninseln hergestellt sowie die Ausgestaltung und Einfriedung der entstandenen Flächen vorgenommen werden.
Die Gleis- und Tiefbauarbeiten wurden von der Firma W. Fuchs, Düsseldorf-Oberkassel, ausgeführt. Die Bauleitung hatte die Bahnmeisterei 1 der Rheinbahn-Gleisbauabteilung. Die Gesamtanlage fügt sich in das Stadtbild am sogenannten „Mörsenbroicher Ei“ vorteilhaft ein. Sie wurde am 29. März 1968 in Betrieb genommen.
Titelbild (restauriert und coloriert mit ChatGPT): Stadtarchiv Düsseldorf
Text: Rheinbahnwerkszeitschrift DAS RAD Heft 4/1968 – Seite 6

