Stadtarchiv Düsseldorf stellt 600.000 digitalisierte Urkunden des Personenstandsregister online
Ab sofort können Interessierte über das Onlineangebot des Stadtarchivs Düsseldorf im Portal “archiveNRW” auf mehr als 600.000 digitalisierte Urkunden zugreifen. Die historischen Personenstandsregister, also die Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, bieten ab dem Jahr 1798 wertvolle Einblicke in die Düsseldorfer Familien- und Stadtgeschichte und stehen nun auch für die digitale Recherche zur Verfügung.
Im Stadtarchiv sind aktuell insgesamt 1.573.942 Originale des Personenstandsregisters hinterlegt:
- Geburtsurkunden: 448.601
- Heiratsurkunden: 261.055
- Sterbeurkunden: 864.286
Hiervon sind nun 629.364 Düsseldorfer Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden ab dem Jahr 1798 online einsehbar
Rund 18 Regalkilometer Archivmaterial
Stadtarchive sind für alle Geschichtsinteressierten eine unerschöpfliche und unverzichtbare Quelle. Seien es Unterlagen über die Menschen, die hier lebten, über Gebäude, Straßen und Infrastruktur, die Stadtpolitik und -verwaltung allgemein, über Firmen, Vereine und Kultur – nahezu zu jedem Thema gibt es Informationen. Das gilt auch für das Stadtarchiv Düsseldorf mit seinen Beständen, die – aneinandergereiht – mittlerweile circa 18 Regalkilometer ausmachen und vom 14. Jahrhundert bis heute reichen. Ganz besonders häufig genutzte Quelle sind seit dem Jahr 2007 die sogenannten Standesamtsregister, deren Aufbewahrung und Benutzung seinerzeit im Personenstandsgesetz neu geregelt wurde. Sie sind die Grundlage einer jeden ausgestellten Geburts-, Heirats- oder auch Sterbeurkunde und insofern deren Originale.
Nach Ablauf gesetzlich festgelegter Fristen geben die Standesämter diese drei Register an die zuständigen Archive ab (Geburten: 110 Jahre, Heiraten: 80 Jahre, Sterben: 30 Jahre nach dem Ereignis). Dort sind sie dann auch nach den Vorgaben des Archivgesetzes NRW einsehbar, es sei denn es wurden Nachträge eingetragen, die Belange des Datenschutzes berühren. Dazu gehören etwa Adoptionen, die auch noch lange nach der Eheschließung in der Heiratsurkunde der adoptierenden Eltern aufgenommen wurden, Angaben über uneheliche Geburten in den Geburtsurkunden der Eltern sowie Angaben über Todesumstände in Sterbeurkunden.
Aufgrund ihrer Bedeutung gibt es immer zwei Ausfertigungen dieser Quellen: das Hauptregister bleibt auf Dauer in der ausstellenden Kommune (hier: Stadtarchiv Düsseldorf), die Zweitschrift geht an das zuständige Landesarchiv, um im Falle eines Verlustes der ersten Serie immer noch eine Möglichkeit des Nachweises zu haben. Allerdings sind die im Stadtarchiv aufbewahrten Erstschriften aufgrund dort später eingefügter Nachträge deutlich aussagekräftiger als die Zweitschriften im Landesarchiv. Zudem hat das Landesarchiv bisher noch keine Geburtsurkunden online gestellt.

Familienforschung bequem von zu Hause
Wegen der starken Nachfrage wurden nun alle bisher an das Stadtarchiv Düsseldorf abgegebenen Urkunden gescannt (1.573.942 Dokumente). Die Scans konnten bisher ausschließlich im Stadtarchiv an PCs eingesehen werden. Dazu musste ein Benutzungsantrag ausgefüllt werden, in dem auch auf die datenschutzrechtlichen, schutzwürdigen Belange Dritter hingewiesen wird, zu deren Beachtung sich die Benutzerinnen oder Benutzer schriftlich verpflichten müssen. Insbesondere Familienforschende, Erbenermittler, Gerichte und Behörden nutzen diese Bestände und fragen häufig nach. Gerade auf diese große Nachfrage wird damit reagiert.
Die Online-Stellung und somit völlig freie Nutzung im Web verlangt eine noch größere Sorgfalt, weshalb die Fristen zur Freigabe hier etwas vorsichtiger gehandhabt wurden. Dabei orientiert sich das Stadtarchiv Düsseldorf an der Praxis des Landesarchivs NRW. Stand heute werden die Geburtsurkunden bis zum Jahr 1876, Heiratsurkunden bis 1899 und Sterbeurkunden bis 1938 freigeschaltet. In diesen Urkunden sind keinerlei Informationen vorhanden, die noch lebende Personen oder deren direkte Nachkommen irgendwie betreffen würden. Insbesondere Familienforschende können nun auch vom heimischen PC aus in 629.364 Düsseldorfer Urkunden ab dem Jahr 1798 recherchieren.
Sie sind über das Portal “archiveNRW” auf den Seiten des Stadtarchivs abrufbar: archive.nrw.de/stadtarchiv-duesseldorf
Info Stadtarchiv: Seit seiner Gründung im Jahre 1912 verwahrt das Stadtarchiv die Unterlagen und Dokumente, die aus rechtlichen und/oder historischen Gründen auf Dauer aufgehoben werden müssen.
Bei der Einrichtung des Stadtarchivs im Jahr 1912 waren viele ältere Dokumente bereits verloren. Nur wenig ist daher aus der Zeit vor 1800 erhalten geblieben. Dieser Verlust ist bedauerlich und folgenschwer für die Stadtgeschichtsschreibung des Mittelalters und der frühen Neuzeit.
Sehr viel besser dagegen ist die Überlieferung für das 19. und 20. Jahrhundert. Die große Zeit des Aufstiegs der Stadt Düsseldorf zur rheinischen Industrie- und Handelsmetropole und zum “Schreibtisch” des Ruhrgebiets ist durch umfangreiches Material dokumentiert. Auch über die Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg, die nationalsozialistische Zeit, die Zerstörungen im letzten Weltkrieg und den Wiederaufbau der Nachkriegszeit besitzt das Stadtarchiv zahlreiche Unterlagen.
Nach den Eingemeindungen 1909 und 1929 kamen die Registraturen von Benrath, Eller, Gerresheim, Heerdt, Kaiserswerth und Rath hinzu.
Die Kriegsverluste des Archivs sind gering, große Lücken gibt es nur bei den Akten, die sich während der Luftangriffe noch in den städtischen Dienststellen befanden.