Regionale Geschichte

Denkmal des Monats März 2026: Die ehemalige Hauptverwaltung der Westdeutschen Landesbank

Das Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege im Bauaufsichtsamt stößt auf großes öffentliches Interesse an den sichtbaren und verborgenen Bauwerken und Orten, die von der bewegten Vergangenheit Düsseldorfs zeugen. Vor diesem Hintergrund stellt die städtische Denkmalbehörde monatlich ein ausgewähltes Stück gebauten Erbes als “Düsseldorfs Denkmal des Monats” vor. Der dritte Beitrag der Reihe widmet sich der  ehemaligen Hauptverwaltung der Westdeutschen Landesbank aus den 1970er Jahren, die in Fachkreisen als Architekturikone und zu den jüngsten Baudenkmälern Düsseldorfs zählt.

Die ehemalige Hauptverwaltung der Westdeutschen Landesbank gilt in Fachkreisen als Architekturikone und zählt zu den jüngsten Baudenkmälern Düsseldorfs. In diesem Jahr jährt sich die Fertigstellung des markanten Verwaltungsgebäudes, das wie eine Skulptur an der Ecke Herzogstraße/Friedrichstraße in den Himmel wächst, zum 40. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums und der Revitalisierung des Gebäudes – realisiert in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege – stellt die Landeshauptstadt das Bauwerk als “Düsseldorfs Denkmal des Monats März” vor.

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Vom Finanztempel zum Ort der Arbeit, Kultur und Begegnung
Dass ein 40 Jahre altes Gebäude bereits unter Denkmalschutz steht, mag überraschen. Doch schon heute erzählt es eine wechselvolle Geschichte:

Sie beginnt am 1. Januar 1969 mit der Gründung der WestLB, der größten Landesbank der alten Bundesrepublik. Sie vereinte die Tradition zweier Institutionen aus der Preußenzeit und besaß hohe symbolische Bedeutung für Nordrhein-Westfalen: Das junge Bundesland erhielt eine alle Landesteile umfassende Bank, die ihren übergreifenden Anspruch auch architektonisch selbstbewusst sichtbar machte. Was Mitte der 1970er-Jahre als avantgardistisches und zukunftsweisendes Projekt entstand, endete jäh mit dem Niedergang ab der Jahrtausendwende bis hin zur Auflösung der WestLB im Jahr 2012.

Unter dem Namen “ICON by Covivio” wurde das Gebäude zu einem neuen Nutzungskonzept mit individuell mietbaren Büroflächen weiterentwickelt. Wo einst hinter Hochsicherheitszugängen Bankgeschäfte abgewickelt und finanzielle Entscheidungen in den Vorstandsetagen getroffen wurden, ist ein offener Ort für Arbeit, Kultur und Begegnung geworden. Vorplatz und Lobby sind öffentlich zugänglich, laden zum Verweilen ein und machen die markante Architektur unmittelbar erlebbar.

Im Zuge der Revitalisierung erweist sich das Denkmal als zeitloses Multitalent: Gemeinschaftsflächen, Gastronomie- und Fitnessangebote sowie begrünte Innen- und Außenbereiche machen das Gebäude fit für kommende Generationen.

Was macht das Verwaltungsgebäude zu einem Denkmal?
Die stadtblockfüllende Anlage steht heute exemplarisch für den Optimismus ihrer Entstehungszeit – einer Epoche, die von Erwartungen an wirtschaftliches Wachstum, struktureller Expansion und Fortschrittsglauben geprägt war. Die markante Architektur verleiht diesem Zeitgeist eine prägnante Form und formuliert zugleich einen eigenständigen baukünstlerischen Ausdruck.

Die ab 1974 geplante und zwischen 1979 und 1986 in zwei Bauabschnitten errichtete Hauptverwaltung zählt zu den markantesten Verwaltungsbauten Düsseldorfs. Mit ihrer skulpturalen Höhenstaffelung nimmt sie Bezug auf die umgebende Bebauung der Friedrichstadt. Der Architekt Harald Deilmann entwickelte ein Bauvolumen mit konsequent eingesetzten Terrassen- und Staffelungsmotiven, kraftvollen Brüstungsbändern und einer präzise geführten Kurvatur der Gebäudekanten. Diese Formensprache steht einerseits für den avantgardistischen Zeitgeist der 1970er-Jahre und ist zugleich Ausdruck einer eigenständigen architektonischen Handschrift. Sie wurde zum baulichen Markenzeichen der 1969 gegründeten Großbank – und damit zu einem frühen Beispiel gelebter “Corporate Identity”.

Nicht nur in Düsseldorf, sondern auch an weiteren WestLB-Standorten – etwa in Münster, Dortmund und Luxemburg – entstanden auf dieser Grundlage prägende Bankgebäude in unverwechselbarer Formensprache.

Kurzum: Das Gebäude ist ein Stück Landesgeschichte, ein eigenständiges Kunstwerk und ein prägender Bestandteil des Stadtbilds der Friedrichstadt – drei gewichtige Gründe für seinen Erhalt.

Unterschutzstellung einer architektonischen Corporate Identity
Den Anstoß zur Unterschutzstellung gab die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Architekten Harald Deilmann, dessen Nachlass vom Baukunstarchiv Nordrhein-Westfalen verwahrt wird. Deilmann zählt zu den bedeutendsten deutschen Architekten der Nachkriegszeit und schuf mit dem Rheinturm zugleich das höchste Bauwerk Düsseldorfs. Die Forschung zu seinem Werk sowie die Auflösung der WestLB machten die landes- und architekturgeschichtliche Bedeutung der ehemaligen Hauptverwaltung deutlich und legten die Unterschutzstellung nahe. Im April 2024 wurde das Gebäude auf Grundlage eines Gutachtens des Landschaftsverbandes Rheinland durch das Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege in die Denkmalliste eingetragen. Maßgeblich unterstützt wurde dieser Schritt durch die hohe Wertschätzung des Objekts und die kooperative Haltung der Eigentümerin.

Titelbild: Stadtarchiv Düsseldorf/Wilfried Meyer; Denkmal des Monats März 2026: Die ehemalige Hauptverwaltung der Westdeutschen Landesbank

Quelle: Stadt Düsseldorf