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Wirtschaft

Hirschbrauerei

Die Hirschbrauerei hat ihre Wurzeln im Jahr 1836 und war ab 1868 als “Brauerei zum neuen Hirsch J. S. Fusbahn” bekannt. Als Aktiengesellschaft wurde sie 1897 offiziell gegründet. Die Braustätte befand sich im Stadtteil Pempelfort an der Adresse Alt Pempelfort 2. Die Brauerei war vor allem für ihr Düssel-Alt berühmt.

Das Stammhaus der Hirschbrauerei, das alte „Hirschchen“ ist aus einem alten Wirtschaftsanwesen bzw. einer kleinen Hausbrauerei entstanden.
Bereits im Jahre 1776 gab es in Pempelfort eine Wirtschaft „im Hirsch“, und als Spätzchen 1836 seine Gaststätte „Zum Hirsch“ am Düsselbach, Alt-Pempeifort 12, aufgab, eröffnete Johann Conrad Fusbahn, dessen Frau eine geborene Stercken aus dem alten freien Bauerngut Schnellenburg am Rhein war, in dem damals schräg gegenüber gelegenen Hause, Ecke Duisburger Straße, mit der Jahreszahl 1742 über der Haustüre, die Brauerei und Wirtschaft „zum neuen Hirsch“, im Volksmunde — wohl wegen des niedrigen Hauses — „zum Hirschchen“ genannt.

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Vor 1830 bestand hier die Bierbrauerei „zum Grünenwald‘“ von Georg Röntz, welche Bezeichnung dessen Sohn Johann Wilhelm Röntz für seine zunächst im Eckhause Jägerhofstraße 34 und dann in dem 1847 von ihm für 6.650 Taler erworbenen Nachbarhause betriebenen Schankwirtschaft mit Bäckerei beibehielt.

Im Eckhaus waren Nachfolger von Hofbäcker und Wirt J. W. Röntz zunächst der Bäcker Wahl und ab 1865 der Bäcker Tups, der es 1898 für 54.000 Mark an die Stadt verkaufte.

Im Jahre 1868 übernahm Joseph Lichtschlag die „Bierbrauerei im Hirsch“ deren gemütliche Stuben und schattiger kühler Garten stets das beliebte Ziel vieler Freunde eines guten Glases obergärigen Biers gewesen sind. In einem Zimmer im Anbau mit zwei Fenstern an der Duisburger Straße, dem sogenannten „Hirschpark“, hatten sich Düsseldorfer Künstler häuslich eingerichtet und die Wände mit überlebensgroßen Porträts und Karikaturen ausgestattet.

Bevor das alte „Hirschchen“ niedergelegt wurde, hatten der Sohn Max der Ww. Lichtschlag und deren Braumeister und Schwiegersohn, Georg Tiegelkamp bereits (1897) die „Hirschbrauerei Lichtschlag & Co. an der Tußmannstraße gegründet, die 1911 zu der heutigen Hirschbrauerei A.G.“ ausgebaut wurde. In der Anfangszeit wurde nur obergäriges Bier gebraut und erst später auch die untergärige Biererzeugung aufgenommen.

Aufgrund der unmittelbaren Lage am kriegswichtigen Güterbahnhof an der Tußmannstraße wurde die Brauerei mehrfach schwer bei Bombenangriffen der Alliierten getroffen. 1942 musste der Betrieb eingestellt werden. Erst im Oktober 1948 konnte die Produktion wieder aufgenommen werden.

1974 wurde der Braubetrieb am eigenen Standort eingestellt. Nach mehreren Übernahmen (u. a. durch Königsbacher Brauerei AG, Dortmunder Union-Schultheiss-Brauerei AG (heute Brau und Brunnen) lange Mehrheitseigner, sowie die Oetker-Gruppe) wurde die Produktion von Düssel-Alt schließlich komplett eingestellt.

Quelle: Düsseldorfer Jonges – Das Tor, 7/1941 | Geschichte der Stadt Düsseldorf 2.0 (Facebook)

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