Pfingstunwetter 2014 in Düsseldorf – Orkan Ela

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Pfingstunwetter 2014 in Düsseldorf: Der Orkan “Ela” fegt mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 142 km/h über Düsseldorf hinweg und hinterlässt eine Spur der Verwüstung in der gesamten Stadt. Vier Menschen sterben, zehn Bürger und 23 Einsatzkräfte werden verletzt.

Ab 21 Uhr wütet der Orkan über Düsseldorf („Ela“) und richtet viele Schäden durch umgestürzte Bäume an. In Reisholz kommen drei Menschen ums Leben, weil ein Baum auf das Dach einer Gartenlaube fällt. An den folgenden Tagen gibt es kaum Straßenbahn- und S-Bahnverkehr wegen beschädigter Oberleitungen. Die Rheinbahn kann am 11.6. eine Ringlinie in der Innenstadt in Betrieb nehmen.

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Retter (Feuerwehr, THW, Awista, Rheinbahn, Gartenamt) sind im Dauereinsatz und bekommen Unterstützung aus dem Umland. Vom 12.-17.06.2025 sind 300 Bundeswehrsoldaten aus Minden mit 4 Panzern und großer Ausrüstung dabei, große Schäden, vor allem in den Wäldern zu räumen. Es werden 4.581 Schadensorte durch den Sturm „Ela“ gezählt.

In Düsseldorf gingen rund 30.000 Bäume verloren, davon etwa 3.000 Straßenbäume. Fast 24.000 Bäume benötigten baumpflegerische Maßnahmen, 50 Hektar Windwurfflächen im städtischen Forst wurden zerstört.

Pressemeldung der Feuerwehr

Unwetter fordert Feuerwehr heraus – mehrere Menschen schwer verletzt – über 650 Einsätze gemeldet – Pfingstmontag, 9. Juni 2014, 20.50 Uhr, Stadtgebiet

Am Abend zog ein schweres Gewitter mit Orkanböen, Starkregen und Hagel über die Landeshauptstadt hinweg. Um kurz vor 21 Uhr liefen die Notrufleitungen wahrlich “heiß”. Die Leitstelle richtete eine Feuerwehreinsatzleitung zur Bewältigung der mehr als 650 gemeldeten überwiegenden Sturmschäden und einigen Wasserschäden ein – eine echte Herausforderung für die Einsatzkräfte im Stadtgebiet. Bis jetzt wurden mehrere Menschen schwer verletzt.

Alle Feuerwachen, viele dienstfreie Mitarbeiter der Feuerwehr, die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr, die Hilfsorganisationen und das Technische Hilfswerk Ortsgruppe Düsseldorf sind im Einsatz um Gefahrenstellen zu minimieren und Schäden zu beseitigen. Angeforderte überörtliche Hilfe kam aus der Nachbarstadt Köln, dem Kreis Heinsberg und dem Kreis Kleve. Insgesamt sind 600 Einsatzkräfte damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen und professionelle Hilfe für die Bürgerinnen und Bürger zu leisten.

Der Deutsche Wetterdienst gab Warnungen für das Stadtgebiet mit extremen Orkanböen mit Geschwindigkeiten um 140 Stundenkilometer heraus. Der Himmel färbte sich tiefschwarz gelb durchzogen von Saharasand. Innerhalb kurzer Zeit stürzten Bäume um, große Äste brachen ab und fielen zu Boden, Fassadenverkleidungen, Kamine und andere Bauelemente lösten sich aus der Befestigung, Planen oder andere nicht verankerte Gegenstände flogen durch die Gegend und gefährdeten Fußgänger und den Verkehr. Mehrere Menschen wurden verletzt – meist durch Bäume eingeklemmt. Gaslaternen knickten unter Last von Bäumen ein und wurden undicht. Der Starkregen setzte teilweise Straßen unter Wasser, auch Keller liefen voll. In den Straßen herrschte ein Chaos: Bei den ersten Erkundungsfahrten meldeten die Einsatzkräfte, dass viele Straßen wegen der Sturmschäden nicht mehr zu passieren waren – ganze Baumtrassen waren umgeknickt wie Streichhölzer und fielen teilweise auf Fahrzeuge – diese haben nur noch Schrottwert.

Sehr tragisch verlief das Orkantief für neun Menschen auf einem Hinterhof in der Henkelstraße. Dort hatte der Orkan zwei Bäume entwurzelt, die auf ein Gartenhaus stürzten das dabei stark beschädigt wurde. Ein Teil der Bewohner hatte genau dort Zuflucht vor dem Unwetter gesucht und wurden verletzt. Die Rettungsaktion läuft noch, die Situation vor Ort ist noch nicht eindeutig geklärt! Rettungsdienst mit leitendem Notarzt, Polizei und Seelsorger sowie “schweres Bergegerät” der Feuerwehr sind dort im Einsatz.

Vermutlich durch Überspannungen von Blitzeinschlägen kamen zeitgleich zu den vielen Notrufen über 30 Feuermeldungen von Brandmeldeanlagen in besonderen Objekten wie beispielsweise aus Krankenhäusern, Industriegebäuden, Banken, Bürogebäuden oder Seniorenheimen. Neben der Beseitigung der Schäden durch das Unwetter in der Stadt mussten dafür zusätzlich Löschzüge alarmiert werden. Eine absolut logistische Herausforderung bei der Disposition in der Leitstelle sowie strategischen Führung in der rückwärtigen Feuerwehr-Einsatz-Leitung (FEL) – professionelles Handeln der Großstadtfeuerwehr stand dabei auf dem Plan.

  • Bäume oder Äste stürzten auf Straßen, Gehwegen und gegen Hauswände, wie bei dem Gebäude in der Haus-Endt-Straße.
  • Bäume kippten auch auf Personenwagen wie beispielsweise in der Kappeler Straße, Weseler Straße, Feuerbachstraße, Tannenhofweg und am Schleizer Weg.
  • Auf der Ludenbergstraße riss eine Stromleitung ab und fiel auf die Fahrbahn.
  • Ein Baum kippte auf die Oberleitung der Rheinbahn auf der Rethelstraße.
  • Am Broichgraben drohte ein Baugerüst von einem fünfstöckigen Wohnhaus umzustürzen.
  • An einigen Gebäuden waren Dachpfannen und Blechverkleidungen betroffen – so Am Drakeplatz, wo die Orkanböen 60 Quadratmeter Dacheindeckung eines Wohnhauses wegfegten.
  • Dämmstoffplatten von einer Baustelle in der Hansaallee wirbelten durch die Luft und gefährdeten den Verkehr.
  • Auf der Bismarckstraße lösten sich Schaufensterscheiben durch den Winddruck.
  • In Flingern ging eine Fensterscheibe an einem Wohnhaus zu Bruch.
  • Auf der Kronprinzenstraße drohte ein Mobilfunkmast vom Dach herabzustürzen.
  • Eine Solaranlage hielt dem Orkan auf der Iserlohner Straße nicht stand.
  • An einigen Stellen wurden durch umstürzende Bäume auch Gaslaternen beschädigt und undicht. Feuerwehr und Stadtwerkemitarbeiter kamen dort zum Einsatz.
  • Neben etlichen Kellern waren auch Straßen überflutet, da die Wassermassen nicht von der Kanalisation aufgenommen werden konnten – so zum Beispiel auch im Rheinufertunnel.