Arbeiten für Stromtankstelle für Stadtbahnen der Rheinbahn am Reeser Platz bereits in vollem Gang
Ein Schub für die Infrastruktur: Die Rheinbahn baut ein neues Gleichrichterunterwerk am Reeser Platz, die Gesamtinvestitionen liegen bei rund zwei Millionen Euro. Eine Förderung erfolgt durch das Programm „Kommunale Schiene“.
Unterwerke sind sozusagen die „Strom-Tankstellen“ der Straßen- und Stadtbahnen, denn der benötigte Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose. „Ein Gleichrichterunterwerk sieht man im Alltag kaum, aber ohne diese Anlagen fährt keine Bahn“, erklärt Dr. Stephanie Zweig, Bereichsleiterin Infrastruktur bei der Rheinbahn. „Das Unterwerk wandelt den Strom aus dem öffentlichen Netz so um, dass wir ihn für den Betrieb nutzen können. Wenn wir ein Unterwerk erneuern, tauschen wir also nicht einfach nur Technik aus, sondern sichern ganz konkret die Grundlage für einen verlässlichen Betrieb.“
Einige der Unterwerke sind allerdings in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Seit 2021 hat die Rheinbahn bereits fünf Anlagen überholt, unterstützt durch das Förderprogramm „Kommunale Schiene“. Bund und Land tragen dabei 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, den verbleibenden Betrag finanziert die Rheinbahn. „Das Programm stärkt die Modernisierung unserer technischen Infrastruktur und trägt so zu einem leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV bei“, hebt Zweig die Bedeutung von „Kommunale Schiene“ hervor. In den kommenden fünf Jahren bringt die Rheinbahn weitere fünf Unterwerke auf Vordermann. „Für mich ist das echte Zukunftsarbeit an unserer Infrastruktur: Wir machen das Netz robuster, moderner und bereiten uns so darauf vor, was in Zukunft an Anforderungen auf uns zukommt.“
Keine Einschränkungen für Fahrgäste und Linien
Am Reeser Platz sind die Arbeiten bereits in vollem Gang. Das Gebäude, dass das bisherige Unterwerk beherbergt, wurde abgerissen. „Bei Untersuchungen hatten wir festgestellt, dass es sich abgesenkt hat und die Abdichtung beschädigt ist. Dadurch hätte Wasser eindringen können“, so Thomas Wimmer, Abteilungsleiter Elektronische Anlagen bei der Rheinbahn.
Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse habe ergeben, dass ein Ersatzneubau wirtschaftlicher und langfristig tragfähiger ist als eine Sanierung, zumal die Technik bereits mehr als 40 Jahre alt ist. „Die Instandhaltung war inzwischen sehr aufwendig geworden, da Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind“, macht Wimmer deutlich.
Einschränkungen für die Fahrgäste auf den Linien U78 und U79 gab und gibt es jedoch nicht. „Die Stromversorgung unserer Strecken ist grundsätzlich redundant ausgelegt: Jeder Fahrleitungsabschnitt kann von zwei Unterwerken versorgt werden, sodass bei Ausfällen automatisch benachbarte Unterwerke einspringen“, so Projektleiter Nico Nothof. Und auch die aktuellen Arbeiten haben keine Auswirkungen: Seit Dezember versieht bereits ein mobiles Unterwerk in einem Container seinen Dienst. „Uns ist es wichtig, dass wir den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen und unseren Kundinnen und Kunden trotz der Bauarbeiten die gewohnten Verbindungen ermöglichen.“
Auf den „richtigen“ Strom kommt es an
Was passiert denn genau in einem Gleichrichterunterwerk, von denen die Rheinbahn insgesamt 60 in ihrem Bediengebiet betreibt? „Wir bekommen von den Stadtwerken Düsseldorf 10.000 Volt starken Wechselstrom angeliefert, den wir mit Hilfe von Transformatoren und Gleichrichtern in 720-Volt-Gleichstrom umwandeln“, erklärt Wimmer. „Denn genauso wie nicht jedes Auto Diesel oder Benzin verträgt, vertragen unsere Bahnen auch nicht jede Art von Strom.“ Durch Erdkabel verlässt der umgewandelte Strom das Unterwerk und wird in die Fahrleitung gespeist, aus der ihn dann die Bahnen mit dem Stromabnehmer auf dem Dach aufnehmen können.
Abschluss der Arbeiten im September geplant
Im Mai erfolgte die Anlieferung der Beton-Fertigbauteile für das neue Unterwerk am Reeser Platz. Abschließen wird die Rheinbahn die Arbeiten voraussichtlich im September. „Bis dahin werden wir unter anderem drei Kilometer Kabel verbaut haben“, so Nothof. Anschließend wird auch das mobile Unterwerk abtransportiert.
Sobald das neue Unterwerk steht, wird auch die Grünfläche am Reeser Platz neugestaltet. „Für die Wiederherstellung haben wir einen Garten- und Landschaftsarchitekten beauftragt, der ein Konzept für die Neubepflanzung erarbeitet“, sagt Nothof. „All das passiert in enger Abstimmung mit dem Gartenamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.“
Titelbild: Unscheinbar, aber enorm wichtig für den Betrieb der Rheinbahn: die Gleichrichterunterwerke. Links das mobile Unterwerk, rechts der Ersatzneubau, der voraussichtlich im September in Betrieb genommen wird. Foto: Rheinbahn
Quelle: Rheinbahn

