Pilotbetrieb für fahrerlose Shuttles am Flughafen – Testbetrieb wird bis Ende September verlängert
Der Praxistest für teleoperierte Shuttle-Fahrzeuge am Düsseldorfer Flughafen wird verlängert: Die Rheinbahn, die MIRA GmbH und der Flughafen Düsseldorf setzen den gemeinsamen Testbetrieb bis Ende September 2026 fort. Ursprünglich war der Praxistest bis zum 28. August geplant.
Interessierte haben damit weiterhin die Möglichkeit, das teleoperierte Shuttle kostenlos selbst zu erleben. Die Fahrzeuge pendeln zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Terminalbereich des Flughafens. Entlang der Teststrecke können Interessierte an gekennzeichneten Haltepunkten ein- und aussteigen: „Flughafen Bf. (EUREF-Campus)“, „Mündelheimer Weg“, „Lichtenbroich Quartier“, „Flughafen, Halle 7“ sowie „Flughafen Terminal B/C“. Das Shuttle ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr unterwegs und fährt etwa alle 30 bis 40 Minuten. Die Mitfahrt ist kostenlos möglich.
Wer die Teleoperation live erleben möchte, kann während der Betriebszeiten außerdem den Leitstand im EUREF-Campus besuchen und den Fahrenden bei der Steuerung des Shuttles über die Schulter schauen – denn die Shuttles werden dort aus einem Leitstand ferngesteuert. Während des gesamten Testbetriebs befindet sich zusätzlich eine Begleitperson im Fahrzeug.
Erstmeldung vom 26. März 2026: Anlässlich der Fachmesse XPONENTIAL Europe haben Rheinmetall, die MIRA GmbH und die Rheinbahn AG den Start eines gemeinsamen Pilotbetriebs für fahrerlose Shuttles am Flughafen Düsseldorf bekannt gegeben. Der Testbetrieb beginnt im Mai 2026. Die Shuttle-Strecke führt vom Flughafen-Bahnhof und EUREF-Campus zum Flughafen-Terminal und zurück – und verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr.
Teleoperation als Schlüsseltechnologie für neue Mobilitätskonzepte
Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum erprobt. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet ein „Safety Driver“ den Betrieb und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Ziel ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.
Im Fokus stehen dabei:
- Betriebssicherheit und Systemstabilität
- Integration in bestehende Verkehrs- und Leitstrukturen
- Akzeptanz bei Fahrgästen
- Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen möglichen späteren Einsatz im öffentlichen Verkehr sowie für weitere Anwendungsfelder – etwa in der Logistik oder Landwirtschaft.
Rheinbahn: Innovation mit klarem Nutzen für den ÖPNV
Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, erklärt: „Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen. Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag. Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt. Wir entscheiden auf Basis belastbarer Daten, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil unserer Betriebsstruktur wird. Für uns steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Mehrwert für einen leistungsfähigen, resilienten und bezahlbaren Nahverkehr. Entscheidend ist, dass wir mit neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten.“
Brücke vom Pilotprojekt in den Realbetrieb
Auch Rheinmetall und die MIRA GmbH sehen in dem Projekt einen wichtigen Meilenstein. Win Neidlinger, Geschäftsführer MIRA GmbH: „Mit unserer Teleoperationslösung liefern wir einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung eines zukunftsfähigen und starken ÖPNV. Durch die effiziente Teleoperation von On-Demand-Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und schaffen somit die Grundlage, Mobilitätsangebote zuverlässig zu sichern und gezielt weiter auszubauen. Der Testbetrieb ist hierzu ein wichtiger Schritt, um Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im öffentlichen Verkehr zu überführen.“
Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf betont: „Innovationen wie diese entstehen nicht am Reißbrett, sondern im Zusammenspiel starker Partner. Mit Rheinbahn und MIRA wird hier konkret erprobt, wie neue Technologien im Alltag funktionieren können. Für uns als Stadt ist wichtig, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und solche Projekte möglich zu machen. Denn genau so entsteht ein moderner, leistungsfähiger Nahverkehr, der auch in Zukunft zuverlässig für die Menschen da ist – und zugleich stärken wir Düsseldorf als Innovationsstandort für die Mobilität von morgen.“

Teil eines europäischen Zukunftsprojekts
Der Pilotbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer widerstandsfähigen und skalierbaren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen. Rheinmetall und MIRA GmbH entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus hochsicherer Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement. Die sichere Cloud-Infrastruktur bildet das technologische Rückgrat der Teleoperation. Sie verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schafft sie eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV.
Titelbild: Fototermin vor dem MIRA-Fahrzeug: (von links): Malte Seifert (Messe Düsseldorf, Director XPONENTIAL Europe), Wolfram N. Diener (Messe Düsseldorf, Vorsitzender der Geschäftsführung), Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Win Neidlinger (Geschäftsführer/CEO MIRA), Annette Grabbe (Vorständin Rheinbahn), Bernd Jablonowski (Messe Düsseldorf, Executive Director Trade Fairs).
Quelle: Rheinbahn
