This Day in History: 1994-06-11
Die gesetzliche Verfolgung von Homosexuellen in Deutschland, die mehr als 120 Jahre lang bestand, endet mit der Abschaffung des Schwulenparagrafen 175.
Die Geschichte des sogenannten “Schwulenparagrafen” geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 war dieses Gesetz eingeführt worden, um “widernatürliche Unzucht” zwischen Männern mit bis zu sechs Monaten Gefängnis zu bestrafen.
Die Bundesrepublik hielt an der NS-Fassung des Gesetzestextes weitgehend unverändert fest, während die DDR zur alten Fassung zurückkehrte. Mit großem Eifer und mit Hilfe der “Rosa Listen” der Nazis wurden in Westdeutschland rund 100.000 Verfahren gegen Homosexuelle eingeleitet, die Hälfte von ihnen rechtskräftig verurteilt und exzessive Freiheitsstrafen ausgesprochen.
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