Trockenes Rheinbett bei Kaiserswerth gibt alten Mühlstein frei
In Düsseldorf-Kaiserswerth wurde im August 2026 ein spektakulärer archäologischer Fund gemacht: Durch einen historisch extrem niedrigen Pegelstand des Rheins wurde im ausgetrockneten Flussbett ein mindestens 200 Jahre alter Mühlstein freigelegt. Der historische Fund wurde am 20. August 2026 erfolgreich aus dem Schlamm geborgen.
Der gewaltige Stein hat einen Durchmesser von etwa 1,35 Metern, ist 20 Zentimeter dick und wiegt rund 800 Kilogramm. Experten des Amtes für Bodendenkmalpflege und des Heimatvereins gehen davon aus, dass der Stein nie in Gebrauch war. Sein hervorragender Erhaltungszustand deutet darauf hin, dass er vor über zwei Jahrhunderten vermutlich bei der Anlieferung vom Schiff gerutscht und im Rhein versunken ist.
Der Stein war aller Wahrscheinlichkeit nach für den nahegelegenen, geschützten Mühlenturm auf der Bastion St. Maximilian bestimmt, der bis 1814 als Kornmühle betrieben wurde. Die Bergung wurde vom Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth (HBV) organisiert. Ein lokales Bauunternehmen hievte den Koloss mittels Kränen und Gurten kostenlos aus dem Uferbereich.
Der Mühlstein wird vorübergehend bei einem Steinmetz gelagert. Der Bürgerverein plant jedoch, den Stein dauerhaft auf der Rheinuferpromenade unterhalb des Mühlenturms aufzustellen und mit einer historischen Hinweistafel zu versehen.
Bild: Nordbote Karl Döhler

