Stadtbezirk 1

Theodor-Heuss-Brücke muss zusätzlich entlastet werden

Die sanierungsbedürftige Theodor-Heuss-Brücke soll als wichtige Rheinquerung bis zum Neubau weiterhin erhalten werden. Um weiterhin die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Bausubstanz zu schützen, begrenzt die Landeshauptstadt die Brücken-Nutzung ab Sonntag, 1. Februar 2026, für Fahrzeuge, die schwerer sind als 3,5 Tonnen. Im Sommer 2026 beginnen Arbeiten zur Sicherung, damit die Brücke bis zum Neubau verlässlich genutzt werden kann.

Parallel treibt die Stadt den Neubau der Brücke voran. Das klare Ergebnis einer Machbarkeitsstudie führt zu einem ähnlichen Querschnitt wie bei der bestehenden Brücke: Zwei Fahrspuren pro Richtung und begleitende Rad- und Fußwege nach heutigem Standard. Am Mittwoch, 11. Februar 2026, wird sich der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf abschließend mit der Vorlage befassen. Auf dieser Grundlage wird die weitere Planung ohne schienengebundenen ÖPNV vorgenommen.

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Sicherung des Bauwerks durch Ablastung
Die Theodor-Heuss-Brücke, Baujahr 1957, wurde bereits im November 2019 für Fahrzeuge über 30 Tonnen abgelastet, um die Bausubstanz zu schützen. Hintergrund sind das stetig wachsende Schwerlastverkehrsaufkommen sowie die generell gestiegenen zugelassenen Achs- und Gesamtgewichte der Fahrzeuge, die Brücken-Bauwerke erheblich stärker beanspruchen. Parallel wurden an der Theodor-Heuss-Brücke fortlaufend Schäden behoben darunter Betonabplatzungen an der Unterseite der Stahlbetonrippenplatten, Verstärkung der Zugbänder im rechtsrheinischen Rampenbereich sowie die Verstärkung der Pfeilerreihe 17 des rechtsrheinischen Tausendfüßlers. Bei der Riss-Sanierung im Querträger mussten 500 Risse instandgesetzt werden – doppelt so viele wie ursprünglich in der Planung vorgesehen waren. Die ersten Messdaten des “Weigh-In-Motion”- Systems (WIM-Systems) zeigen zudem, dass die bisherige Ablastung von 30 Tonnen überschritten wird. Teilweise befahren sogar Laster die Brücke, die mehr als 44 Tonnen wiegen und damit selbst für reguläre Straßen nicht zugelassen wären. Diese massiven Überlastungen beschleunigen den Substanzverlust erheblich. Denn schon ein einzelner 40-Tonner belastet das Bauwerk in gleichem Maße wie 60.000 Pkw.

Um eine weitere Degeneration der Brücke zu verlangsamen und das Risiko einer vollständigen Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke auf ein Minimum zu reduzieren, ist es unausweichlich, dass Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen künftig die Brücke nicht mehr befahren dürfen. Die Stadt prüft zudem, wie Verstöße gegen die Gewichtsbeschränkung wirksam geahndet werden können.

Theodor-Heuss-Brücke Düsseldorf - Bild: EveryPicture / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37389147
Theodor-Heuss-Brücke Düsseldorf Pylone – Bild: EveryPicture / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 3.0

Kragarm-Sanierung beginnt im Sommer
Bei der letzten Bauwerkssonderprüfung wurde ein zusätzlicher Sanierungsbedarf an den Stahlbetonrippendecken der sogenannten Brückenkragarme an den Außenseiten der Brücke festgestellt, über die die Geh- und Radwege verlaufen. Ab Mitte des Jahres 2026 ist geplant, diese Stahlbetonrippendecken durch leichtere Stahl-Bauteile zu ersetzen. Dadurch reduziert sich das Eigengewicht der Brückenkonstruktion, was sich positiv auf die vorhandenen Defizite auswirkt. Da die Brückengeländer der Theodor-Heuss-Brücke an den Kragarmen befestigt sind, werden sie im Zuge der Arbeiten ebenfalls erneuert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Sanierungskosten betragen rund 37 Millionen Euro. Die Sanierung soll Anfang 2029 abgeschlossen sein. Die Theodor-Heuss-Brücke wird auch während der Bauarbeiten jeweils einspurig befahrbar bleiben, die zulässige Höchstgeschwindigkeit in dieser Zeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt.

Hintergrund
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat bereits in seiner Sitzung am 10. Juli 2025, beschlossen, die in die Jahre gekommene Theodor-Heuss-Brücke durch einen Neubau zu ersetzen. Die im Jahr 1957 errichtete Theodor-Heuss-Brücke überspannt nördlich der Innenstadt den Rhein und verbindet die beiden Stadtteile Golzheim und Heerdt miteinander. Bei der Theodor-Heuss-Brücke handelt es sich um einen Brückenzug, der aus fünf Teilbauwerken besteht. Die Gesamtlänge aller Teilbauwerke beträgt mehr als 1,5 Kilometer. Jedes Teilbauwerk ist für sich einzigartig und weist besondere statisch-konstruktive Merkmale auf.

Herausforderung Infrastrukturerneuerung
Die Landeshauptstadt Düsseldorf steht ab 2026 vor weiteren erheblichen Herausforderungen im Hinblick auf den Erhalt und die Erneuerung der städtischen Infrastruktur. Neben der Theodor-Heuss-Brücke sind weitere, zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmte Vorkehrungen im Stadtgebiet erforderlich, um die Verkehrsinfrastruktur funktionsfähig zu halten. Ziel der Landeshauptstadt ist es, alle Arbeiten so zu koordinieren, dass die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich ausfallen. Der Wirtschaftsverkehr, der motorisierte Individualverkehr, der ÖPNV sowie der Fuß- und Radverkehr sollen während der Bauphasen weitgehend aufrechterhalten werden.

Titelbild: Das Archivbild zeigt die bestehende Theodor-Heuss-Brücke. Sie soll gemäß Beschluss des Stadtrates durch einen Neubau ersetzt werden. Copyright: Landeshauptstadt Düsseldorf, Amt für Brücken-, Tunnel- und Stadtbahnbau

Quelle: Stadt Düsseldorf